Dienstag, 31. März 2009

Lob für einen Unbekannten, Ricola II

Heute hat mich die Landeshauptfrau gelobt, freilich ohne es zu wissen. Trotzdem freut mich das, denn ihr Lob für meine politische Tätigkeit war bisher kärglich.
Bei der heutigen konstituierenden Vollversammlung der Arbeiterkammer Salzburg hat sie sich darüber gefreut, dass die AK Salzburg als erste in Österreich die Rechtsberatung und -vertretung für alle Mitglieder eingeführt hat und seither anbietet.

Ich kann mich noch gut an diese Zeit erinnern. Ich war damals, 1984 bis 89 AK-Vizepräsident für die FCG/ÖAAB in Salzburg. Natürlich war auch damals die AK von der SPÖ dominiert und das haben sie uns auch spüren lassen. Ein Büro mußten sie uns damals geben, ein Telefon nicht. Und das taten sie auch nicht. Ein Jahr bin ich zum Telefonieren zur Zelle unten vor dem Haus gegangen.
Die Rechtsberatung für alle AK-Mitglieder war in dieser Zeit eine der wichtigsten Forderungen des ÖAAB. Was wurden wir dafür geprügelt! Dafür sei die AK nicht zuständig, das mache der ÖGB, wurde uns beschieden. Wer Rechtsberatung haben möchte, solle dort Mitglied werden. Das war damals SPÖ-Meinung. Wir dachten, die Pflichtmitgliedschaft ist nicht nur zum Geld Eintreiben für die AK, es muss auch eine entsprechende Gegenleistung geben, wie eben einen Rechtschutz in arbeitsrechtlichen Fällen.

1988 dann plötzlich, wie aus heiterem Himmel, hat die FSG-Mehrheit unserem Antrag zugestimmt und da hatten wir sie, als erste Landeskammer in Österreich eine Rechtsberatung für alle. Und die FCG/ÖAAB hatte eines der wichtigsten Wahlkampfthemen für die AK-Wahl 1989 verloren. Das Nachgeben der SPÖ in der Frage der Vermögensverwertung in der 24-Stunden-Betreuung zuhause im vergangenen Herbst, kurz vor der Nationalrats- und Landtagswahl, hat mich daher auch nicht sehr gewundert.

Bemerkenswert mag in diesem Zusammenhang sein, dass die Texte der Kollektivverträge nach wie vor zwar für ÖGB-Mitglieder kostenlos sind, für AK-Mitglieder jedoch nicht, obwohl sie für letztere natürlich genauso gelten. Wer Kollektivverträge haben möchte, soll doch ÖGB-Mitglied werden, denkt die SPÖ.

Meine Meinung hat sich seit meiner Post vom 26. Februar nicht geändert. Politik sollte nicht anhand der Ricola-Frage diskutiert werden. Ich zitiere stattdessen noch einmal Doraja Eberle, die gesagt hat, es mache ihr nichts aus, wenn die SPÖ ihre, Dorajas Arbeit für sich verkauft, das sei der schönste Beweis, dass sie gut war.

Deshalb Danke, Frau Landeshauptfrau, für das späte Lob!

Montag, 23. März 2009

Endlich einmal die Richtigen in den Medien

Die Politik lebt von den Medien, umgekehrt ist es nicht ganz so schlimm. Aber gerade bei Problemen, von denen sich die Öffentlichkeit Lösungen von der Politik erwartet, wird die Ohnmacht der Politik in den Medien herauf und hinunter zelebriert.
Wie schön, dass es am letzten Freitag in den Salzburger Nachrichten einmal anders war. Mein langjähriger Freund Fritz Maislinger wurde in einem wirklich guten Portrait einmal vor den Vorhang geholt. Fritz ist für mich ein bemerkenswerter Mensch. Er spielt auf der Klavitur der neuen Medien wie Leute, die erheblich jünger sind als er, ist zweifacher Staatsmeister im Webdesign und hat bei der Berufs-Weltmeisterschaft 2007 in Japan sogar den fünften Platz geholt. Daneben spielt er Tischtennis im Profileistungsbereich und ist einer der engagiertesten Menschen, die ich kenne.

Fritz steht für mich aber vor allem dafür, dass kein Mensch alles kann, aber dass jeder Mensch, obwohl er viele Dinge nicht kann, einige Dinge wirklich gut kann. Jeder.

Von Fritz habe ich gelernt, dass das Behindernde am Thema Behinderung unsere Art ist, damit umzugehen. Die meisten Menschen haben das Handicap, dass sie nie gelernt haben, kompetent und normal mit Menschen mit Behinderung umzugehen, die potentiellen Kolleg/innen genauso wenig wie die Personalchefs/innen. Vielleicht ist das ja auch einer der Gründe, warum Menschen mit Behinderung in der Berufswelt weniger Chancen haben: Wegen der Unfähigkeit der anderen.
Fritz sagt, er kann was und damit kann er auf einem der meistumkämpften Märkte bestehen, seine lange Kundenliste beweist das, saliger.eu gehört dazu.

Montag, 9. März 2009

Nach der Wahl ist vor der Wahl

Die Wahlen sind vorbei, doch nicht überall. Vielleicht gehts so: Ein erfolgloser Bürgermeisterkandidat möchte, dass der Schaden nicht größer wird, und schwört daher allem ab, was er bisher als Plan für die Stadt Salzburg gehabt hat. Diese Art von Konsequenz kann hoffentlich nicht zum gewünschten Erfolg führen, denn Politik braucht klare Ansagen und klare Umsetzungen. Man kann sich an Vizebürgermeister Harry Preuner ein Beispiel nehmen, der seine Aufgaben konsequent betrieben hat und auch weiter betreiben will. Sparen, für Sicherheit und Ordnung sorgen, unspektakulär aber effizient, ich glaube das wollen die Bürgerinnen und Bürger.

PS: Manchen ist es gleich, auf welche Art, aber Hauptsache ist: In den Medien. Da müssen auch Jugendliche herhalten und auf ihren Rücken wird dann die Diskussion über Trinken und Fehlverhalten abgewickelt. Auch das sollte keinen Erfolg haben.