Heute hat mich die Landeshauptfrau gelobt, freilich ohne es zu wissen. Trotzdem freut mich das, denn ihr Lob für meine politische Tätigkeit war bisher kärglich.
Bei der heutigen konstituierenden Vollversammlung der Arbeiterkammer Salzburg hat sie sich darüber gefreut, dass die AK Salzburg als erste in Österreich die Rechtsberatung und -vertretung für alle Mitglieder eingeführt hat und seither anbietet.
Ich kann mich noch gut an diese Zeit erinnern. Ich war damals, 1984 bis 89 AK-Vizepräsident für die FCG/ÖAAB in Salzburg. Natürlich war auch damals die AK von der SPÖ dominiert und das haben sie uns auch spüren lassen. Ein Büro mußten sie uns damals geben, ein Telefon nicht. Und das taten sie auch nicht. Ein Jahr bin ich zum Telefonieren zur Zelle unten vor dem Haus gegangen.
Die Rechtsberatung für alle AK-Mitglieder war in dieser Zeit eine der wichtigsten Forderungen des ÖAAB. Was wurden wir dafür geprügelt! Dafür sei die AK nicht zuständig, das mache der ÖGB, wurde uns beschieden. Wer Rechtsberatung haben möchte, solle dort Mitglied werden. Das war damals SPÖ-Meinung. Wir dachten, die Pflichtmitgliedschaft ist nicht nur zum Geld Eintreiben für die AK, es muss auch eine entsprechende Gegenleistung geben, wie eben einen Rechtschutz in arbeitsrechtlichen Fällen.
1988 dann plötzlich, wie aus heiterem Himmel, hat die FSG-Mehrheit unserem Antrag zugestimmt und da hatten wir sie, als erste Landeskammer in Österreich eine Rechtsberatung für alle. Und die FCG/ÖAAB hatte eines der wichtigsten Wahlkampfthemen für die AK-Wahl 1989 verloren. Das Nachgeben der SPÖ in der Frage der Vermögensverwertung in der 24-Stunden-Betreuung zuhause im vergangenen Herbst, kurz vor der Nationalrats- und Landtagswahl, hat mich daher auch nicht sehr gewundert.
Bemerkenswert mag in diesem Zusammenhang sein, dass die Texte der Kollektivverträge nach wie vor zwar für ÖGB-Mitglieder kostenlos sind, für AK-Mitglieder jedoch nicht, obwohl sie für letztere natürlich genauso gelten. Wer Kollektivverträge haben möchte, soll doch ÖGB-Mitglied werden, denkt die SPÖ.
Meine Meinung hat sich seit meiner Post vom 26. Februar nicht geändert. Politik sollte nicht anhand der Ricola-Frage diskutiert werden. Ich zitiere stattdessen noch einmal Doraja Eberle, die gesagt hat, es mache ihr nichts aus, wenn die SPÖ ihre, Dorajas Arbeit für sich verkauft, das sei der schönste Beweis, dass sie gut war.
Deshalb Danke, Frau Landeshauptfrau, für das späte Lob!
Dienstag, 31. März 2009
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